
"Auf meinem Weg zur inneren Quelle ermögliche ich mir Kontakt mit meinen inneren Teilpersönlichkeiten aufzunehmen und sie auf eine ganz besondere Art kennen zu lernen", sagt Lena am Ende ihrer Coachingkette.
"Was meinst du damit", fragt sie Reinhard der sich bisher mit solchen Fragen kaum beschäftigt hat und nun im betrieblich organisierten Dialogforum die Möglichkeit nutzt, seine Fragen zu stellen, die er schon längere Zeit mit sich trägt.
Es folgt ein längerer Dialog darüber wie Teilpersönlichkeiten entstehen können und wie wieder Zugang zu ihren wahren Absichten aufgenommen werden kann.
Lena berichtet, dass sie überrascht war als sie feststellte, dass die Teile sich für sie bemühen und etwas für sie beabsichtigen. Nicht in jedem Fall äußert sich das auf den ersten Blick positiv. Dass sich hinter Verhaltensweisen oder Gefühlen, die sie an ihr nicht besonders mag, positive Absichten verbergen, hat sie in verschiedenen NLP-Techniken kennen gelernt.
Stefan fragte weiter: "Und können sich hinter positiven Absichten noch weitere positive Absichten verbergen?"
Bernadette: "Ja in der Tat. Hinter positiven Absichten können sich weitere positive Absichten befinden. Nachdem der Teil seine erste positive Absicht geäußert hat, wird gefragt, was der Teil durch das beabsichtigte Ergebnis für einen erreichen möchte, das noch wichtiger ist. Die Frage wird nach jeder Antwort wiederholt, was möglicherweise zu einer langen Ergebniskette führen kann."
Katharina: "Das ist wie in dem Fragespiel, das ich aus meiner Kindheit kenne. Und meine Mama brachte ich damals auf die Palme. Ich fragte immer warum und warum und warum. Und wenn sie keine Antwort mehr wusste dann musste Jesus herhalten. Und sie brachte die Antwort mit Jesus in Verbindung. Er war zuständig für Gehorsam, Verzeihen, das tut man nicht..."
Bemerkung: Heiterkeit in der Dialogrunde. Das kennen die meisten. Und wenn nicht Jesus, dann eben eine Autoritätsperson.
"Es gibt einen Punkt" beschreibt Lena weiter, "wo die Ergebniskette mit den positiven Absichten nicht weiter geführt werden kann, weil der Teil nichts anderes als das zuletzt genannte für einen erreichen möchte. Dann wird ein wunderbarer Zustand oder ein wunderbares Gefühl erlebt."
Max: "Core-Zustand wird das genannt." (Max merkt durch die Blicke der anderen, dass Lena am Wort ist. Max ist neu in der Dialogrunde und noch nicht erfahren…)
"Wie viele Core-Zustände schlussendlich erreicht werden können, ist mir nicht so wichtig", sagt Lena. "Wichtig ist mir, dass ich erfahren habe, dass ich einen, ich nenne das Quellzustand, erreichen kann. Das lässt sich umschreiben mit Seins-Zustand."
Lena: "Ich möchte betonen, dass mir die Qualität der Erfahrung wichtiger ist, als die Worte, die versuchen den Zustand zu beschreiben. Denn: Mir fehlen dafür die richtigen Worte. Den Coachingprozess zu durchleben war eine große Bereicherung, im Transformationsprozess privat und am Arbeitsplatz mit meinen Teilpersönlichkeiten zu arbeiten echte Entwicklungsarbeit."
Reinhard beschäftigt nun die Frage zur Spiritualität am Arbeitsplatz..
Es folgt ein längerer Dialog darüber, ob und wie viel Spiritualität ein Unternehmen braucht ... mit dem Ergebnis, dass Spiritualität einem Unternehmen auf keinen Fall schadet. Wobei das Thema eingehender Beschäftigung bedarf. (Dialogforum zu diesem Thema wird vorbereitet)
Ist vielleicht Coaching ein Weg Spiritualität für Arbeitszwecke zu entwickeln?
Lena spricht weiter: "Ich glaube, dass ich durch den Prozess einen Zustand erreichen konnte, durch den es mir möglich wurde, etwas von meinem Wesenskern zu erahnen. Auf den Alltag bezogen, konnte ich damit auf neue Art herausfinden, wie ich auch noch leben und arbeiten kann. In Verbindung und Kontakt mit meiner inneren Quelle oder dem wahren Kern zu sein, verändert so vieles, nicht nur meine von manchen von euch nicht so sehr geliebten Eigenschaften."
"Den Prozess durchzumachen, war für mich zu Beginn eher mühsam und schwierig. Die Ergebniskette wurde sehr lang, so dass ich den Prozess mehrmals unterbrechen musste. Zwischendurch hatte ich manchmal das Gefühl mich verlaufen zu haben und nie irgendwo anzukommen. Ich bin froh dass jemand da war und meinen Entwicklungsprozess begleitet hat. Wichtig war mir zu jeder Zeit, dass ich selber etwas tun kann."
Bernadette: "Mit der Zeit und Übung wird es einfacher, dass sich das Unbewusste an den Prozess gewöhnt und mithilft."
"Mein Wunsch ist, dass euch der Bericht von Lena dazu inspiriert, selbst Veränderungen in Angriff zu nehmen."
"Ich füge gern ein Zitat von Virginia Satir bei" (nicht Gegenstand der Dialogrude):
"Ich versuche, Menschen zu helfen, ... ihre spirituelle Verbundenheit zu erfahren, indem ich ihnen beibringe, sowohl mit ihrer Sanftheit als auch mit ihrer Macht in Verbindung zu treten. Um diese Kräfte zu erreichen, ... müssen wir zunächst erkennen, dass wir geboren wurden, um uns zu entwickeln. ... Es handelt sich um etwas Wachsendes – und es ist keine Angst darin enthalten. Es ist auch nicht so, dass wir diese Botschaft noch nie zuvor gehört hätten. Christus hat darüber gesprochen, Buddha und andere ebenfalls. Doch haben in der Vergangenheit die meisten von uns gesagt: Sie stehen höher als wir, sie sind göttlich ... wir sind nichts weiter als Menschen, deshalb können wir nicht dieselbe Verbindung herstellen. Heute fangen wir an zu begreifen, dass wir dies können."